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COOLHUNTERS
Jugendkulturen zwischen Medien und Markt
(23. April bis 3. Juli 2005)
Das ZKM zu Gast in der Städtischen Galerie Karlsruhe
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Heutige Jugendliche leben
- wie keine Generation jemals vor ihr - in einer durch und durch
kommerzialisierten und mediatisierten Welt. Kein Bedürfnis,
kein Interesse, für das Markt und Medien nicht ein überwältigendes
Angebot an materiellen und symbolischen Befriedigungen bereitstellen
würden. Entsprechend bunt und facettenreich, gleichermaßen
aber auch unübersichtlich
ist das Bild, das Jugendliche von sich und ihren Jugendkulturen
der Öffentlichkeit vermitteln. Wie lässt sich von ihnen
überhaupt ein
Porträt zeichnen? Und wie finden sie in unübersichtlichen
Zeiten und Räumen ihren selbst bestimmten Weg, ihre Identität
und Coolness?
Die Ausstellung COOLHUNTERS gibt Antworten auf diese Frage: Sie
sucht die Jugendlichen im Spiegel ihrer Gegenstände und Praktiken
zu erkennen. Neben Arbeiten zahlreicher Künstlerinnen und Künstler,
die den Alltag dokumentieren und reflektieren, finden sich Beispiele
jugendkultureller Phänomene an sich wie Adbusting, Kleidung,
Accessoires u. a. Die Ausstellung ermöglicht einen anderen
Blick auf das Gewohnte und lässt Phantasien einer alternativen
Lebensgestaltung entstehen.
In einer besonderen architektonischen Einbettung – einer riesigen
Skater-Halfpipe nachempfunden – werden zentrale Aspekte der
Erfahrungswelt heutiger Jugendlicher aufgegriffen. Die in den sechs
Modulen: Körper/ Objekt, Sprache, Gewalt, Raum, Zeit und Geschlecht/
Gender präsentierten Fotografien, Videoarbeiten und Installationen
geraten in ein dynamisches Spannungsverhältnis einer sich wechselseitig
ergänzenden Relativierung, das eine eigenständige Reflexion
auf Selbst und Welt ohne belehrende
Kommentierung ermöglicht.
Wie verändern die Objekte den Körper? Wie verändern
Jugendliche Objekte durch Zweckentfremdung, Enteignung oder Zerstörung?
Wie konstituiert und verändert sich das weibliche Geschlecht
in der medialen Darstellung (Game- Heldinnen, HipHop-Ladies etc.)?
Wie faszinieren Action und Gewalt? Lassen sich Parallelen zwischen
Geschlechterzugehörigkeit und Gewaltbereitschaft ziehen (Täter
vorwiegend junge Männer)? Wie verständigen sich Jugendliche?
Wie finden und besetzen sie Nischen in öffentlichen Räumen?
Unter dem Druck von Kommerz und Konsum entstehen schwierige Lebensverhältnisse:
Wie sollen Jugendliche eine eigene Identität aufbauen, wie
die
eigene Subjektivität erfahren in einer Gesellschaft, die für
alles ein Angebot bereit hält? Die Werke fokussieren darauf,
wie Jugendliche aktiv mit den Angeboten von Markt und Medien z.B.
im Sinne einer selbst gesteuerten Produktmodifikation umgehen, um
aber gleichermaßen auch zu zeigen, wie der Markt diese eigensinnigen
Praktiken konterkariert.
Die Module der Ausstellung im Überblick:
Jungsein bedeutet heute mehr als eine kurze, turbulente Lebensphase
zwischen Kindheit und Erwachsenensein. Jugendliche stehen ganz zentral
im Blickfeld, wenn es um neue Trends in Mode, Sport, Musik, Design,
Fotografie und Kunst geht. Kids wissen, welche Marken, Slogans oder
Produkte angesagt sind. Gleichzeitig können sie auch zu „Fashion-Victims“
der Medien werden. Das dynamische Marketing der Unterhaltungsindustrie,
IT-Konzerne oder Mode-Labels webt aus dem Rohstoff „Jugendkultur“
coole Verkaufsstrategien.
Jugend wird dann unfreiwillig zum Köder einer Mainstream-Gesellschaft,
die nicht altern will. Aus den alltäglichen Umgangsformen und
Strategien von Jugendlichen erwachsen auch – mehr oder weniger
bewusst – Potentiale des Widerstands und ästhetische
Trends, ohne dass die Kids selbst darauf abzielen,
Trendscouts zu sein. Sie wollen vielmehr einen eigenen Stil finden,
selbstständig sein oder es möglichst schnell werden, und
„klar kommen“ mit dem Leben, ihrem Umfeld und der Welt.
Die Ausstellung COOLHUNTERS setzt ihren Schwerpunkt auf die jugendkulturellen
Szenen der Gegenwart, ihre Körper, ihre Objekte, ihre Medien
und ihren speziellen Umgang mit der Warenwelt. Nicht der kleine
Bereich von Jugendkulturen Subkulturen (Punk, HipHop, Heavy Metal,
Techno) soll hier hervorgehoben werden, sondern es geht um alle
Jugendliche, auch um diejenigen, die sich keinem Stil zuordnen.
„Jugend forscht!“ Sie zeigt in ihrem Umgang mit sich
selbst und anderen, dass sie ständig, wenn auch manchmal unbewusst,
auf der Suche nach neuen ästhetischen Codes ist: aus dem Alltag
entnommen, in spezifischer Weise zweckentfremdet und dekonstruiert.
Ausgehend von den Objekten, Medien und Räumen der aktuellen
Jugendkultur zeigt die Ausstellung Strategien des jugendlichen Alltags,
die bis hin zu ästhetischen Veränderungsprozessen in der
Gesellschaft führen können. In sechs Bereichen gibt die
Ausstellung COOLHUNTERS einen Einblick in aktuelle Themen der Jugendkulturen
mit Hilfe von Alltagsprodukten, Design und
Kultgegenständen, bis hin zu Video- und Medienarbeiten aus
Kino,
Werbung und Kunst und interaktiven Installationen.
1. Body Rock:
Körper und Objekt – Wie gehen Jugendliche mit ihrem Körper
und mit ihrer Objekt -und Warenwelt um? Bekleidung oder technische
Geräte werden jugendspezifisch benutzt und auch provokativ
missbraucht.
2. XY versus XX:
Mädchen und Jungen sind verschieden! Aber wie? Jugendliche
Liebe und Sexualität gespiegelt in Medien, Musik und Kunst,
aber auch so, wie Jugendliche sie real erleben.
3. Full Action:
Gewaltszenarien – medial und real. Hier geht es um den Thrill
der Gewalt, Actionbilder, Videogames und Uniformierungspraktiken
in Jugendszenen.
4. Codes:
Sprache und aktuelle Kommmunikationspraktiken - Jugend erfindet
neue Sprachen, Zeichen und Umgangsformen, um miteinander zu kommunizieren.
5. Global/Local Spaces:
Individuelle und kollektive Raumszenarien - Wie erobern, gestalten
und benutzen Jugendliche öffentliche und heimische Räume?
6. Echtzeit?
Zeitempfinden zwischen Stillstand und rasender Veränderung.
Subjektive Wahrnehmung von Zeit: Vom totalen Abhängen und Chillen
bis hin zum Geschwindigkeitsrausch.
KünstlerInnen:
Nevin Aladag, Blutsgeschwister, Esther Bogdan, Daniele Buetti, Arnulf
Deppermann / Klaus Neumann-Braun / Axel Schmidt, Rineke Dijkstra,
Erfolg, Peter Feldmann, Márton Fernezelyi / Edeltraud Hanappi-Egger
/ Hardy Hanappi / Jutta Strohmaier / Matthias Strohmaier / Zoltán
Szegedy-Maszák, Florian Franz, Anthony Goicolea, Frederike
Gralle / Markus Lenz / Stanley Möschke, Andreas Gursky, Stefanie
Haarkamp, Hannatilda, Markus Joos / Daniel Klotz / Matthias Kornmesser
/ Ulrich Koch / Stephan Losinski, Kings of Convenience, Anja Kirschning,
Pia Lanzinger, Nicole Leczynski, Lil’ Kim, Kristin Lucas,
MAEGDE u. KNECHTE, Marilyn Manson, Alex McQuilkin, Moby, Mareike
Müller, Benny Nemerofsky Ramsay, Monika Oechsler, Anny und
Sibel Öztürk, Rotraut Pape, Jessica Peters, Pierre et
Gilles, PIPS:lab, Frédéric Post, Marcus Recht, Aurora
Reinhard, Birgit Richard / Astrid Baxmeier / Jan Grünwald,
Fiona Rukschcio, Stefanie Scholl, Ulrich Schwendinger,
Oliver Sieber, Paul M. Smith, The Streets, Tarzan, Jürgen Teller,
Wolfgang Tillmans, U.N.K.L.E., Catrine Val, Michael van den Bogaard,
Silke Wagner, Stefanie Weitzel, Johannes Wohnseifer, Jutta Zaremba,
Irina Zikuschka, Zimtstern, 50 Cent u.a.
KuratorInnen: Birgit Richard, Klaus Neumann-Braun, Sabine Himmelsbach,
Peter Weibel.
Zur Ausstellung erscheint eine von Klaus Neumann-Braun und Birgit
Richard herausgegebene Begleitpublikation: »Coolhunters.Jugendkultur
zwischen Medien und Markt«, Suhrkamp Verlag Frankfurt, 2005
(Etwa 250 Seiten. Preis ca. € 10).
Homepage: www.coolhunters.net
Ziel der Website www.coolhunters.net ist es, Jugendliche aufzufordern
rund um das Thema „Jugendkultur“ produktiv und kreativ
tätig zu werden. Die so erstellten Arbeiten werden auf dieser
Website veröffentlicht. Eine Jury wählt die besten Beiträge
aus, die dann auch in der Ausstellung in Karlsruhe zu sehen sein
werden.
Nicht nur einzelne Jugendliche sollen sich angesprochen fühlen,
sondern es werden auch engagierte Lehrer, Pädagogen, Eltern
kurzum Multiplikatoren gesucht, die sich zum Anlass der Ausstellung
mit Jugendlichen künstlerisch und vielfältig mit dem Themenkomplex
„Jugendkultur“ auseinanderzusetzen und den so erarbeiteten
Output für die Website zur Verfügung stellen.
Sponsoren der Ausstellung:
Partner:
Als größte Bank Baden-Württembergs steht die LBBW
zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und fördert ausgewählte
Projekte in den Bereichen Kunst und Kultur.
Im „Zentrum für Kunst und Medientechnologie“ (ZKM)
sieht die Bank an ihrem Hauptsitz Karlsruhe einen innovativen, renommierten
Partner mit internationaler Ausstrahlung. Getreu dem Motto „regional
verwurzelt, weltweit aktiv“ kooperiert die Landesbank Baden-Württemberg
mit dem ZKM bereits seit Juli 2001.
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Wie verändern die Objekte
den Körper? Wie verändern Jugendliche Objekte durch Zweckentfremdung,
Enteignung oder Zerstörung? Wie konstituiert und verändert
sich das weibliche Geschlecht in der medialen Darstellung (Game- Heldinnen,
HipHop-Ladies etc.)? Wie faszinieren Action und Gewalt? Lassen sich
Parallelen zwischen Geschlechterzugehörigkeit und Gewaltbereitschaft
ziehen (Täter vorwiegend junge Männer)? Wie verständigen
sich Jugendliche? Wie finden und besetzen sie Nischen in öffentlichen
Räumen?
Unter dem Druck von Kommerz und Konsum entstehen schwierige Lebensverhältnisse:
Wie sollen Jugendliche eine eigene Identität aufbauen, wie die
eigene Subjektivität erfahren in einer Gesellschaft, die für
alles ein Angebot bereit hält?
Die Werke fokussieren darauf, wie Jugendliche aktiv mit den Angeboten
von Markt und Medien z.B. im Sinne einer selbst gesteuerten Produktmodifikation
umgehen, um aber gleichermaßen auch zu zeigen, wie der Markt
diese eigensinnigen Praktiken konterkariert.
KünstlerInnen:
Nevin Aladag, Blutsgeschwister, Esther Bogdan, Daniele Buetti, Arnulf
Deppermann / Klaus Neumann-Braun / Axel Schmidt, Rineke Dijkstra,
Erfolg, Peter Feldmann, Márton Fernezelyi / Edeltraud Hanappi-Egger
/ Hardy Hanappi / Jutta Strohmaier / Matthias Strohmaier / Zoltán
Szegedy-Maszák, Florian Franz, Anthony Goicolea, Frederike
Gralle / Markus Lenz / Stanley Möschke, Andreas Gursky, Stefanie
Haarkamp, Hannatilda, Markus Joos / Daniel Klotz / Matthias Kornmesser
/ Ulrich
Koch / Stephan Losinski, Kings of Convenience, Anja Kirschning, Pia
Lanzinger, Nicole Leczynski, Lil’ Kim, Kristin Lucas, MAEGDE
u. KNECHTE, Marilyn Manson, Alex McQuilkin, Moby, Mareike Müller,
Benny Nemerofsky Ramsay, Monika Oechsler, Anny und Sibel Öztürk,
Rotraut Pape, Jessica Peters, Pierre et Gilles, PIPS:lab, Frédéric
Post, Marcus Recht, Aurora Reinhard, Birgit Richard / Astrid Baxmeier
/ Jan Grünwald, Fiona Rukschcio, Stefanie Scholl, Ulrich Schwendinger,
Oliver Sieber, Paul M. Smith, The Streets, Tarzan, Jürgen Teller,
U.N.K.L.E., Catrine Val, Michael van den Bogaard, Silke Wagner, Stefanie
Weitzel, Johannes Wohnseifer, Jutta Zaremba, Irina Zikuschka, Zimtstern,
50 Cent u.a.
KuratorInnen: Birgit Richard, Klaus Neumann-Braun, Sabine Himmelsbach,
Peter Weibel.
Zur Ausstellung erscheint eine von Klaus Neumann-Braun und Birgit
Richard herausgegebene Begleitpublikation:
»Coolhunters. Jugendkultur zwischen Medien und Markt«,
Suhrkamp Verlag Frankfurt, 2005 (Etwa 250 Seiten. Preis ca. €
10).
Homepage: www.coolhunters.net
Ziel der Website www.coolhunters.net ist es, Jugendliche aufzufordern
rund um das Thema „Jugendkultur“ produktiv und kreativ
tätig zu werden. Die so erstellten Arbeiten werden auf dieser
Website veröffentlicht. Eine Jury wählt die besten Beiträge
aus, die dann auch in der Ausstellung in Karlsruhe zu sehen sein werden.
Nicht nur einzelne Jugendliche sollen sich angesprochen fühlen,
sondern es werden auch engagierte Lehrer, Pädagogen, Eltern kurzum
Multiplikatoren gesucht, die sich zum Anlass der Ausstellung mit Jugendlichen
künstlerisch und vielfältig mit dem Themenkomplex „Jugendkultur“
auseinanderzusetzen und den so erarbeiteten Output für die Website
zur Verfügung stellen
.
Sponsoren der Ausstellung:
Partner:
Als größte Bank Baden-Württembergs steht die LBBW
zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und fördert ausgewählte
Projekte in den Bereichen Kunst und Kultur. Im „Zentrum für
Kunst und Medientechnologie“ (ZKM) sieht die Bank an ihrem
Hauptsitz Karlsruhe einen innovativen, renommierten Partner mit
internationaler Ausstrahlung. Getreu dem Motto „regional verwurzelt,
weltweit aktiv“ kooperiert die
Landesbank Baden-Württemberg mit dem ZKM bereits seit Juli
2001.

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Presseinformation
Nr. 25
Februar 2005
Pressekonferenz
Freitag, den 22.04.2005
Ort: Städtische Galerie Karlsruhe
Zeit: 11 Uhr
Ausstellungseröffnung
Freitag, den 22.04.2005
Ort: Städtische Galerie Karlsruhe
Zeit: 19 Uhr
ZKM | Zentrum für Kunst und
Medientechnologie Karlsruhe
Lorenzstraße 19
76135 Karlsruhe
www.zkm.de
Pressekontakt
Dr. Andrea Buddensieg
Fon: 0721/8100-1201
Fax: 0721/8100-1139
E-Mail: presse@zkm.de
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